PM: Versiegelung am Dragoneranger

Bündnis spricht sich gegen Betonwerk und Versiegelung am Dragoneranger aus

Das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung spricht sich gegen Planungen aus, am Dragoneranger in der Leineaue westlich von Weende ein Betonwerk anzusiedeln und die landwirtschaftliche Ackerfläche zu versiegeln. Ackerland und Naherholungsraum müssen erhalten bleiben.

Diese Art der investorgesteuerten Stadtplanung wirkt undurchdacht und genügt weder den klimaschutzpolitischen Erfordernissen, noch denen einer vernünftigen Wohnbaupolitik – sie widerspricht allen Prinzipien von Nachhaltigkeit. Ein Betonwerk unmittelbar westlich eines neuen Wohngebietes neu anzusiedeln ist besonders abwegig„, findet Bündnissprecher Dr. Francisco Welter-Schultes.

Es ist bemerkenswert, dass die Parteien im Rat bei jeder Gelegenheit von Klimaschutz reden, aber in der Praxis eine Politik betreiben, die die Erderwärmung immer schneller vorantreibt.“

Das Bündnis kritisiert den nicht enden wollenden und rasanten Verbrauch wertvollen Ackerlandes. Die Bodenzahl liegt bei 90-100 Punkten – es gibt kaum Land, welches besser für Ackerbau geeignet ist. Durch Landverbrauch dreht sich die klimaschädliche Spirale immer schneller weiter. Lebensmittel müssen auf weniger ertragreichen Böden produziert werden, mit intensivem Düngemitteleinsatz. Anbauprodukte müssen aus immer weiter entfernten Ländern importiert werden.

Diese Politik zerstört die Lebensgrundlagen unserer Gesellschaft und hat mit Nachhaltigkeit nichts zu tun. Vor diesem Hintergrund ist eine Versiegelung von wertvollstem, ertragreichem Ackerland mit dieser Bodenzahl umso unverständlicher„, so Lukas Flinzberger, Mitglied des Vorstandes.

Ein weiteres Problem: Wenn man den Weendern den Dragoneranger mit seiner Umgebung als Naherholungsgebiet wegnimmt, bewirkt dies, dass noch mehr Einwohner zum Spazierengehen kilometerweit in die freie Landschaft fahren, anstatt wie bisher von der Haustür zu Fuß loszugehen. Auch das hat mehr Treibhausgase und Erderwärmung zur Folge.

Es handelt sich am Dragoneranger um eine rein lobbygesteuerte Planung, die mit Deals zu tun hat, die die Verwaltung vor 2016 ausgehandelt hat, ohne dies in der Öffentlichkeit zu diskutieren. In der Debatte um den 2017 verabschiedeten Flächennutzungsplan wurden fast nur die Wohnbauflächen thematisiert. Die Gewerbeflächen kamen kaum zur Sprache. Im Rat lehnte nur die PIRATENundPARTEI-Ratsgruppe im März 2017 die Dragoneranger-Planungen ab [1].

Klimaschutz kann nicht alleine darin bestehen, zwei Lastenfahrräder zu finanzieren, Flugblätter zu drucken und einige Blühstreifen anzulegen. Durch massive Flächenversiegelung wie am Dragoneranger werden alle Bemühungen wieder zunichte gemacht. Ackerland muss endlich als systemrelevant erkannt und auch so behandelt werden. Flächenverbrauch in diesem Ausmaß ist in der Schweiz längst verboten. Auch den hiesigen Gemeinden sollte es verboten werden.

Quelle

[1] https://www.pprgoe.de/stellungnahme-zum-flaechennutzungsplan (16.03.2017, dort Punkt 6)


Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung (Der Vorstand)
Francisco Welter-Schultes, Lukas Flinzberger, Erika Lohe-Saul, Werner Schulze

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